Halbmarathon: noch 8 Wochen!

Heute beginnt Woche 5 in meinem Trainingsplan zum Halbmarathon. Bei den Trainingsplänen von No Meat Athlete Matt Frazier konnte ich mich zu Beginn entscheiden, ob ich den “Ins-Ziel-kommen”-Plan nehme oder den “Fitness-Plan”. Selbstverständlich habe ich mich für den “Fitness-Plan” entschieden. Wieso? Aus zwei Gründen: erstens klingt er schon viel cooler und zweitens sah er für mich um einiges abwechslungsreicher aus. Beim Laufen ist es mir sehr wichtig, nicht in Routine zu verfallen.

Routine im Trainingsplan = langweilig

Inzwischen muss ich gestehen, wäre mir hin und wieder ein wenig Langeweile aber grad recht. Nach 4 Wochen “Fitness-Plan” fühle ich mich gut, aber doch auch ziemlich gefordert. Wenn ich mir vorstelle, jetzt folgen weitere 8 Wochen mit Intervallen, Tempoläufen und Bergtraining, holla die Waldfee! Entweder bin ich nach den 8 Wochen sowas von fit – oder aber total erledigt. Im Moment habe ich gerade eine Tief-Phase. Der Kopf zu voll, das Knie tut weh … außerdem deprimierendes Wetter. Ich tendiere zu “total erledigt”. Ich hoffe allerdings, der Zustand setzt dann erst nach dem Halbmarathon ein. Oder aber gar nicht und stattdessen trete ich im Laufe der nächsten Wochen in die Phase der totalen Euphorie ein.

Achterbahn bei Nacht

Denn seit ich laufe, habe ich folgendes festgestellt: Die Gefühle meinem Training gegenüber sind wie Achterbahnfahren im Dunkeln. Du weißt nie, wo es als nächstes mit dir hingeht. Eine Woche verläuft sensationell gut, du bist ganz oben und fühlst dich locker und leicht wie eine Feder. Im nächsten Moment geht’s abwärts. Mit Knieschmerzen, fehlender Motivation und der ständigen Frage “Was mache ich hier überhaupt?” und “Werde ich wirklich in der Lage sein, in 8 Wochen einen Halbmarathon im Wettkampf durchzuhalten?” und kurz bevor es wieder nach oben geht, stellst du dir die eine Frage, die dann wirklich alles verdirbt:

“In welcher Zeit will ich den Halbmarathon eigentlich laufen?”

Und dann gehst du laufen, möglicherweise im warmen Sommerregen mit weit entferntem Donnergrollen, trabst vor dich hin, fühlst dich gut, vergisst die doofe Frage, bist eins mit der Welt und mit dir selbst und denkst: “So könnte ich ewig weiterlaufen … ewig … oder zumindest 21,2 Kilometer lang!” Schon ist die Welt wieder in Ordnung.

Deswegen mache ich mich wegen meiner Lauf-Launen schon lange nicht mehr verrückt. So sicher, wie’s nach einem Hoch wieder nach unten geht, so sicher geht’s nach einem Tief auch wieder nach oben. Fast schon Routine. Aber diese sorgt dafür, dass es mir auf keinen Fall langweilig wird.

Unterwegs Richtung Halbmarathon

Unterwegs Richtung Halbmarathon

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Allgemein
3 Kommentar auf “Halbmarathon: noch 8 Wochen!
  1. Steffi sagt:

    Ha! Du bist ich! Aber haargenau! Exakt die Achterbahn habe ich auch. Dann streikt zwischendrin wieder die Technik, man kommt morgens nicht aus dem Bett oder es zwickt und zwackt. Bin ich ja froh, dass das nicht nur mir so geht. Dann hoffe ich allerdings auch, dass die guten Tage auf lange Sicht bei uns überwiegen!

    PS: du hattest geschrieben, dass du den Plan etwas abgewandelt hast, weil du davor schon mehr Kilometer pro Woche gelaufen bist. Verrätst du, inwiefern du ihn abgewandelt hast?

    Viele Grüße
    Steffi

    • Hallo Steffi! Juhu, eine Achterbahn-Genossin :) Genau, die streikende Technik kommt zu allem Überfluss dann auch oft noch dazu. Hatte heute übrigens einen sehr schönen Lauf – denke, die guten Tage sind wieder im Anmarsch. Nun zu meinen Anpassungen beim Fitnessplan: lt. Buch sind pro Lauf 5 min. Ein- und Auslaufen angegeben. Das habe ich schonmal auf jeweils 10 Minuten erhöht, da ich nach 5 Minuten einfach noch nicht warm bin, schon gar nicht, wenn ich Intervalle laufen muss.
      Dann haben wir beim Montagslauf immer noch ein paar Sprungübungen mit eingebaut – heute z.B. nach jedem Kilometer 10 Sprünge beidbeinig nach vorne und jeweils noch 10 einbeinige Sprünge. Bei den Montagsläufen, die zu Beginn des Plans bei 3 Kilometer liegen habe ich um 2-3 Kilometer erhöht und auch die langen Läufe am Wochenende habe ich um ca. 2-3 Kilometer verlängert – so dass ich auf eine Wochensumme von 35 – 40 Kilometer komme, was bereits vorher mein Pensum war (und ich wollte nicht weniger laufen als vor dem Plan). Manchmal laufe ich Mittwochs oder Freitags noch eine 40-Minuten-Einheit im Recom-Puls, was bei mir sehr langsam ist und bei rund 6,5 km/h liegt. Zusammengefasst: längeres Warmlaufen bzw. Cooldown, bei Montags- und Samstagslauf die Umfänge etwas erhöht und ggfs. eine zusätzliche Recom-Einheit eingefügt. Ansonsten lasse ich eigentlich alles so, wie es ist. Intervalle passen mir so sehr gut, die Bergläufe find ich wirklich toll und naja, die Tempoläufe – die sind halt für mich sehr anstrengend, aber gehören halt auch dazu :) Ich hoffe, das hilft dir ein wenig weiter! Sonst weißt du ja, wo du mich findest. LG Judith

      • Steffi sagt:

        Hallo Judith,

        danke, und ob mir das hilft! Ganz besonders freut mich, dass du die schnellen Intervalle nicht verlängert hast, meine absolute Hass-Disziplin. ;-) Alles andere hört sich nach einem echt guten Plan an, ich glaube, da hänge ich mich dran.

        LG
        Steffi

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

No Meat Athlete von Matt Frazier ist am 20. Juni 2014 im compassion media Verlag erschienen.
Wenn man bedenkt, dass es in No Meat Athlete um pflanzliche Ernährung und das Laufen von Distanzen geht, die die meisten Menschen nicht einmal gern fahren, stellt Matt Frazier seine Methoden und Informationen auf eine ausgesprochen zugängliche Weise dar, die ihre Leser mitreißt und ihnen das Gefühl vermittelt, es auch schaffen zu können.
— Brendan Brazier, Ironman und Autor von "Vegan in Topform"