Laufen bei Wind und Wetter

Wie jedes Wochenende stand auch an diesem letzten Sonntag im August ein langer Lauf im No Meat Athlete-Trainingsplan. 15 Kilometer sollten es werden. Momentan ist meine Lust auf ebenen Strecken zu laufen aber gleich Null. Deswegen dachte ich mir: “Dieses Wochenende ist der Hausberg fällig!” Von der Haustüre weg bis zum Pfänder.

Laufen bei Wind und Wetter gehört ja seit jeher zum Programm, daher machte ich mich auf alles gefasst, denn der Wetterbericht verhieß nichts Gutes. Mein neuer Laufbegleiter, der Hoka OneOne EVO Race Pack mit 17 Liter Packvolumen, kam natürlich mit. Ich packte meine wasserabweisende Windjacke mit ein und außerdem Proviant, der locker für einen 3-Stunden-Lauf reichen würde. Das ich das auch brauchen würde, war mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar – aber es bestätigt mal wieder meinen Hang zu Übertreibungen.

Von mir zuhause bis zum Pfänder sind einige Höhenmeter zu bewältigen und ich musste öfters Gehpausen einlegen. Dank meinem Race Pack sah ich trotzdem unglaublich sportlich dabei aus. Ich erklomm also tatsächlich die Spitze des Pfänders auf 1064 Metern und fühlte mich wieder wie ein Kind. Denn zuletzt war ich dort (zu Fuß) als ich ungefähr 10 Jahre alt war. Wir sollten wirklich wieder unsere Umgebung direkt vor der Haustüre erkunden. Es gibt viel zu entdecken!

Bodensee-Foto vom Pfänder für euch

Bodensee-Foto von der Pfändespitze für euch

 

Laufen bei Wind und Wetter

Auf dem Rückweg begann es zu tröpfeln. Irgendwie verpasste ich dann den optimalen Zeitpunkt, meine Jacke auszupacken und anzuziehen. Irgendwann stand ich tropfnass im Wald und gab es auf, den Wasserpfützen auszuweichen. Nass ist nass. Da kann man genausogut mittendurch laufen. Laufen bei Wind und Wetter ist schon eine praktische Sache, wenn man mal dabei ist. Dann kam noch der Nebel dazu und irgendwann stellte ich fest: Das mit den 15 Kilometern wird irgendwie nix.

Bei der Streckenplanung hatte ich mich wohl ein wenig vertan. Es wurden etwas mehr als 20 Kilometer (und gefühlte 3000 Höhenmeter) und ich war 3 Stunden unterwegs. Ich habe beinahe meinen kompletten Proviant verputzt, brav mein Wasser getrunken und musste mich 2 x in die Büsche schlagen. Und hier hätte ich mal eine Frage an die Halb-Marathonis unter euch (vorrangig die Ladies, denn die Herren der Schöpfung kennen das Problem scheinbar nicht):

Wie läuft man 21 Kilometer durch, ohne mal für kleine Turtles in die Büsche zu müssen?

Das “in die Büsche gehen” wär jetzt nicht so das Problem, aber bei meinem Halbmarathon gibt es die Möglichkeit einfach nicht. Es gibt zwar Büsche, aber die sind quasi rundum “einsichtig”. Ich werde natürlich direkt vor dem Start nochmal das Örtchen aufsuchen und dann hoffe ich einfach, dass sich vor lauter Aufregung alles in Wohlgefallen auflöst. Aber gibt es vielleicht Tipps von eurer Seite dazu?

Ich leg jetzt mal die Füße hoch … noch 3 Wochen bis zum Halbmarathon! Das kann was werden ;)

Nass bis auf die Haut, aber happy!

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein
5 Kommentar auf “Laufen bei Wind und Wetter
  1. Lizzy-Belinde Jöckel sagt:

    das mit dem “in die Büsche gehen” ist bei einem Wettkampf tatsächlich eher schwierig, Judith ;-) Deshalb laufen ja auch ALLE in Worten ALLE vor dem Start x hoch tausend mal zu den Dixies etc in der Startzone. Natürlich gibt es auf dem Weg auch ein paar grüne Häuschen. Oder graue. Aber bisher hat sich tatsächlich der Bedarf bei mir nie ergeben. Das kommt vielleicht auch daher, dass ich auf der Strecke nicht viel trinken kann. Nur so ein paar Schlückchen. Sonst gibt es Darmprobleme. Doch DAS ist eine andere Geschichte ;-)

    • Dann bin ich mal gespannt, wie das wird, liebe Liz :) Ich habe bisher noch bei keinem Lauf an dem ich teilgenommen haben, Dixies auf entlang der Laufstrecke gesehen (weder grün, noch grau), aber ich gehe dem jetzt einfach mal positiv entgegen. Vielleicht mit viel Adrenalin und Schweiß, löst sich das Thema in Luft auf. Zumindest hoffe ich das und sonst wird sich wohl irgendeine Lösung bieten. Und auf jeden Fall werde ich früh genug dran sein, denn du hast Recht: es rennen wirklich alle kurz vor dem Start nochmal auf’s Örtchen. Nur praktisch, dass ich sowieso als Letzte laufen werde, dann kann ich mir auch etwas mehr Zeit lassen, meinen Startplatz einzunehmen ;) Liebe Grüße und danke für deine Nachricht! Judith

  2. Anne sagt:

    Moin, liebe Judith,

    das mit dem nicht-in-die-Büsche-müssen löse ich für mich wie folgt:

    Ich stehe vor einem HM wirklich rechtzeitig auf, trinke ausreichend und esse was kleines. Ab 1 h vor dem Lauf trinke ich nichts mehr, nehme mir aber 0,5 l in einer alten Trinkflasche mit (meistens Leitungswasser mit einer Prise Salz). Kurz vor dem Start gehe ich dann wie tausend andere auch noch auf’s nicht mehr ganz so stille Örtchen und dann reihe ich mich in das Startfeld ein.
    Und hier dann trinke ich – wirklich kurz vor dem Startschuss – meine mitgebrachte Trinkflasche aus und gebe sie entweder jemandem an der Seite oder werfe sie dorthin.

    Damit habe ich die letzten neun HM beste Erfahrungen gemacht; pieseln unterwegs brauchte ich bisher nie.

    Vielleicht konnte ich Dir ja helfen :-)

    Liebe Grüße von Anne

  3. Anja sagt:

    Ja, davor hab ich mir auch viele Gedanken gemacht. War halb so wild. Ich hab nicht “auf Vorrat” getrunken, wie immer gibt’s da von fünf Experten fünf Meinungen und einer sagt: auf Vorrat trinken geht nicht. Ich hab nur eins geändert: am Morgen statt zwei Kaffee nur eine Tasse, denn dass DER treibt, dafür brauch ich keinen Experten. Aber da ist ja dann noch ausreichend Zeit vor dem Start. Ich hab nix mitgenommen, vor dem Lauf nix weiter getrunken, bin natürlich vor dem Start aufs Klo und hab an jedem Wasserstand einen Becher genommen. Damit bin ich super durchgekommen, hatte weder das Gefühl dehydriert zu sein, noch bin ich mit zusammengekniffenen Beinen ins Ziel ;-)

    • Hallo Anja!
      Danke für’s Feedback – ich habe heute beschlossen, ich darf mich da gar nicht so verrückt machen. Und es stimmt, was du sagst: Auf Vorrat trinken geht eh nicht. Verpflegungsstationen gibt’s genügend, ich werde bestimmt nicht verdursten. Nur noch 2 Wochen … hui, wie aufregen! Liebe Grüße! Judith

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

No Meat Athlete von Matt Frazier ist am 20. Juni 2014 im compassion media Verlag erschienen.
Wenn man bedenkt, dass es in No Meat Athlete um pflanzliche Ernährung und das Laufen von Distanzen geht, die die meisten Menschen nicht einmal gern fahren, stellt Matt Frazier seine Methoden und Informationen auf eine ausgesprochen zugängliche Weise dar, die ihre Leser mitreißt und ihnen das Gefühl vermittelt, es auch schaffen zu können.
— Brendan Brazier, Ironman und Autor von "Vegan in Topform"